Frühlingsanfang in Japan: Setsubun, Obake und Kimono-Farben

  • Von MaedaYumiko
  • 3 min Lesezeit
Frühlingsanfang in Japan: Setsubun, Obake und Kimono-Farben

Setsubun – ein japanischer Brauch, der den Frühling willkommen heißt

In Japan ist der 3. Februar als Setsubun (節分) bekannt.
Setsubun ist ein traditionelles Fest, das am Tag vor Risshun, dem Beginn des Frühlings nach dem japanischen Kalender, gefeiert wird. Es ist ein Brauch, bei dem man böse Geister und Unglück vertreiben und Gesundheit sowie Glück für das kommende Jahr erbitten möchte.

In Japan glaubt man seit jeher, dass gerade an den Übergängen der Jahreszeiten „negative Energien“ oder Unheil leichter in das Haus eindringen können. Um diese fernzuhalten, wird Setsubun gefeiert. Krankheiten, Unglück oder Katastrophen werden dabei symbolisch als „Oni“ (Dämonen/Teufel) dargestellt – und gegen diese wirft man geröstete Sojabohnen, um das Böse zu vertreiben.

Dabei ruft man oft:
„Oni wa soto! Fuku wa uchi!“
(„Dämonen hinaus! Glück herein!“)


Setsubun und Kimono

Setsubun ist vielleicht nicht so ein Anlass, an dem man automatisch an Kimono denkt – wie zum Beispiel an Neujahr oder die Kirschblütenzeit. Dennoch ist Setsubun auch ein Fest, das die Ankunft des Frühlings markiert.

Gerade deshalb passt es sehr gut, an diesem Tag frühlingshafte Farben in die Kleidung einzubauen. Statt dunkler Wintertöne eignen sich helle, sanfte Farben besonders gut – zum Beispiel zartes Rosa, frisches Grün oder ein mildes Gelb. Solche Farbtöne bringen Leichtigkeit und unterstreichen die Stimmung des Neubeginns.


Setsubun in Kyoto: der Brauch „Obake“

Als ich in Kyoto lebte, habe ich einen ganz besonderen Setsubun-Brauch kennengelernt: „Obake“.
Dabei verkleiden sich Menschen, die in der Nachtarbeit tätig sind – unter anderem auch Geiko (Kyotoer Geishas) – am 3. Februar. Sie erscheinen kostümiert bei Abendveranstaltungen oder gehen in Verkleidung durch die Straßen.

Ich habe damals in einem Betrieb gearbeitet, der historische Kostüme verlieh. Deshalb durfte ich miterleben, wie Geiko an diesem Tag ungewöhnliche, historische Gewänder trugen – ganz anders als ihre üblichen Outfits. Es war eine sehr schöne Erfahrung, sie dabei unterstützen zu dürfen, und ist eine meiner liebsten Erinnerungen an diese Zeit.


Ehomaki – ein Setsubun-Essen für Glück

Zu Setsubun gehört auch Ehomaki, eine besondere Sushi-Rolle.
Sie wird mit Zutaten gefüllt, die an die Sieben Glücksgötter (Shichifukujin) erinnern sollen. Man isst Ehomaki, während man in die Glücksrichtung (Eho) des jeweiligen Jahres schaut – und es heißt, dass dies Glück bringen soll.

Traditionell soll man dabei nicht sprechen, bis man aufgegessen hat. Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir alle versucht haben, ernst zu bleiben und nicht loszulachen, während wir schweigend gegessen haben.


Fazit: Setsubun als kleiner Neuanfang

Setsubun ist ein typisch japanischer Brauch, bei dem man Unglück vertreibt und den Frühling willkommen heißt. Mit Bohnenwerfen und Ehomaki wird der Wechsel der Jahreszeit gefeiert – als kleiner, aber bedeutungsvoller Neuanfang.

Auch wenn Setsubun kein klassischer Kimono-Anlass ist, kann man den Tag wunderbar nutzen, um mit hellen Farben und frühlingshaften Tönen die kommende Jahreszeit zu begrüßen.

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