Shiromuku – Das traditionelle Hochzeitsgewand in Japan

  • Von MaedaYumiko
  • 2 min Lesezeit
Shiromuku – Das traditionelle Hochzeitsgewand in Japan

Der Shiromuku ist ein traditionelles japanisches Hochzeitsgewand in reinem Weiß. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über seine Bedeutung, die Art des Tragens und meine persönliche Erfahrung damit.

Als ich zuvor über die richtige Art gesprochen habe, einen Kimono zu tragen – insbesondere über die überlappende Vorderseite – habe ich kurz das Thema Shiromuku (白無垢) erwähnt.
In diesem Beitrag möchte ich etwas ausführlicher darauf eingehen – auch basierend auf meiner eigenen Erfahrung.

Der Shiromuku ist ein traditionelles japanisches Hochzeitsgewand für Bräute.
Es handelt sich um einen vollständig weißen Kimono, bei dem nicht nur das Kleidungsstück selbst, sondern auch alle Accessoires in Weiß gehalten sind.

Die Farbe Weiß hat in Japan eine besondere Bedeutung.
Sie steht für einen Neuanfang und dafür, „jede neue Farbe annehmen zu können“.
Das bedeutet, dass die Braut bereit ist, sich an ihr neues Leben anzupassen und symbolisch die Farbe ihrer neuen Familie anzunehmen.
Gleichzeitig steht Weiß für Reinheit und einen unbeschriebenen Anfang – dadurch wirkt das Gewand ruhig und beinahe spirituell.

Interessanterweise wird Weiß in Japan auch bei Beerdigungen getragen.
Das mag zunächst überraschend erscheinen, doch beide Bedeutungen haben etwas gemeinsam: Sie symbolisieren den Übergang in eine neue Lebensphase.
Allerdings unterscheidet sich die Art, wie der Kimono getragen wird (zum Beispiel die Richtung, in der er geschlossen wird), weshalb es sich um völlig unterschiedliche Kontexte handelt.

Auch das Anlegen eines Shiromuku unterscheidet sich leicht von dem eines alltäglichen Kimonos.
Normalerweise wird zuerst die Länge angepasst und anschließend der Kragen ausgerichtet.
Beim Shiromuku hingegen beginnt man mit dem Kragen und passt danach die Länge an.

Über dem Kimono wird zudem ein sogenannter Uchikake (打掛) getragen.
Dabei handelt es sich um ein schweres, reich verziertes Übergewand mit gepolstertem Saum, das nicht wie eine Jacke getragen, sondern hinter der Trägerin hergezogen wird.

Wie man auf dem Foto sehen kann, trägt die Braut außerdem ein weißes Kopftuch.
Dieses symbolisiert Zurückhaltung und Bescheidenheit. Traditionell sollte das Gesicht dadurch nur teilweise sichtbar sein.
Heute wird meist eine sogenannte Watabōshi (綿帽子) verwendet – eine runde Kopfbedeckung, die das Gesicht auf Fotos besser sichtbar lässt.
Eine weitere Variante ist die Tsunokakushi (角隠し), eine Art Kopfbinde.

Der Shiromuku wird häufig bei einer sogenannten Shintō-Hochzeit (神前式) getragen und ist ein Symbol der traditionellen japanischen Hochzeitskultur.
Mit etwas Glück kann man in einem Schrein sogar eine Hochzeitszeremonie beobachten.

Während meiner Zeit in Kyoto hatte ich die besondere Gelegenheit, bei meiner eigenen Hochzeit einen Shiromuku zu tragen.
Es handelte sich um eine eher traditionelle Variante, bei der das Tuch nicht vorgeformt war, sondern locker über den Kopf gelegt wurde.
Dadurch konnte ich die ursprüngliche Form dieses Gewandes besonders intensiv erleben.

Für mich war es eine sehr besondere und wertvolle Erfahrung.

Japanische traditionelle Kleidung trägt oft eine tiefe Bedeutung in sich – jedes Detail hat seinen eigenen kulturellen Hintergrund.

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