Warum tragen japanische Frauen Hakama zur Abschlussfeier?
- Von MaedaYumiko
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Viele Frauen tragen in Japan Kimono und Hakama zur Abschlussfeier. Entdecken Sie die Geschichte und Bedeutung dieser eleganten Tradition.
Der März neigt sich dem Ende zu, und in Japan beginnt die Zeit der Abschlussfeiern.
In Japan startet das neue Schul- und Studienjahr im April, genau zu der Zeit, wenn die Kirschblüten blühen. Deshalb finden die Abschlussfeiern Ende März statt.
Bei Universitätsabschlüssen tragen viele Frauen traditionell Kimono mit Hakama. Es ist jedoch keine Pflicht – manche entscheiden sich auch für formelle westliche Kleidung wie Anzüge. Dennoch gilt der Kimono mit Hakama als besondere Kleidung für diesen Anlass und ist für viele Familien ein bedeutungsvolles Ereignis.
Auch ich habe zu meiner Abschlussfeier Kimono und Hakama getragen. Ich erinnere mich noch gut an meinen Kimono mit Yagasuri-Muster, den ich bewusst im Stil der Hakama-Mode der Meiji-Zeit ausgewählt habe.
Der Universitätsabschluss markiert einen wichtigen Übergang vom Studentenleben ins Berufsleben. Daher wird der Hakama, der ursprünglich die Uniform von Schülerinnen war, heute als formelle Kleidung für diesen besonderen Moment getragen. In gewisser Weise erinnert er an eine akademische Robe in Europa.
Doch warum trägt man neben dem Kimono auch Hakama?
Ursprünglich wurde der Hakama bereits vor über 1000 Jahren, in der Heian-Zeit (ca. 8.–12. Jahrhundert), von Männern getragen. Er erfüllte eine ähnliche Funktion wie eine Hose. Er wurde von Adligen als formelle Kleidung, von Samurai sowohl im Kampf als auch zu zeremoniellen Anlässen und von Shinto-Priestern bei Ritualen getragen – also stets in formellen Kontexten.
Frauen begannen erst viel später, Hakama zu tragen, nämlich in der späten Meiji-Zeit (Ende des 19. Jahrhunderts), als sich die Bildung für Frauen verbreitete und Mädchenschulen gegründet wurden. Hakama wurde als Schuluniform eingeführt, da er sowohl praktisch als auch elegant war – er ermöglichte es, sich leicht zu bewegen, bequem auf Stühlen zu sitzen und gleichzeitig ein gepflegtes, intellektuelles Erscheinungsbild zu bewahren.
In Japan ist das Bild von Schülerinnen im Hakama bis heute weit verbreitet und wird oft als charmant und modisch wahrgenommen. Die Meiji-Zeit (Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts) war zudem eine Epoche, in der sich westliche und japanische Stile vermischten. Viele heute beliebte „retro“ oder „haikara“ Kimono-Stile haben hier ihren Ursprung.
Und was tragen Männer zur Abschlussfeier?
Auch Männer können Hakama tragen, doch heutzutage entscheiden sich die meisten für Anzüge. Mit der Modernisierung Japans seit der Meiji-Zeit (Ende des 19. Jahrhunderts) wandelte sich die Männerkleidung zunehmend hin zur westlichen Mode, sodass Schuluniformen und Anzüge zum Standard wurden. Daher ist es heute üblich, dass Männer zur Abschlussfeier einen Anzug tragen.
So zeigt sich, dass der Kimono zwar ein traditionelles Kleidungsstück ist, sich aber im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Gerade dieses Zusammenspiel von Tradition und Moderne macht den besonderen Reiz der japanischen Kultur aus.