Was ist der Kindertag in Japan? (Koinobori und Tango no Sekku erklärt)

  • Von MaedaYumiko
  • 2 min Lesezeit
Was ist der Kindertag in Japan? (Koinobori und Tango no Sekku erklärt)

Erfahren Sie mehr über den japanischen Kindertag, seine Herkunft und die Bedeutung der Koinobori in dieser einfachen Einführung.

Der Kindertag in Japan wird am 5. Mai gefeiert und ist ein nationaler Feiertag, der dem Glück und der gesunden Entwicklung von Kindern gewidmet ist.

Heute ist es ein Fest für alle Kinder, ursprünglich wurde er jedoch als „Jungentag“ gefeiert und galt als Gegenstück zum „Mädchentag“ (Hinamatsuri).

Der Ursprung dieses Festes liegt in einer alten chinesischen Tradition namens Tango no Sekku (端午の節句), die vor über 1.000 Jahren nach Japan kam. Damals glaubte man, dass im Mai Krankheiten und Unglück häufiger auftreten, weshalb Rituale zum Schutz durchgeführt wurden. Dabei wurde eine Pflanze namens Shobu (菖蒲, Schwertlilie/Iris) verwendet, um böse Geister zu vertreiben.

In der Edo-Zeit (1603–1868) änderte sich die Bedeutung dieses Tages. Das Wort Shobu klingt ähnlich wie Shōbu (尚武), was „den Kriegergeist ehren“ bedeutet. Dadurch wurde das Fest mit der Samurai-Kultur verbunden und entwickelte sich zu einem Tag, an dem besonders das Wachstum und die Stärke von Jungen gefeiert wurden.

Noch heute stellen Familien mit Jungen oft Kabuto (兜, Samurai-Helme), Rüstungen oder Kriegerpuppen aus. Auch in meiner Familie haben wir nach der Geburt meines Sohnes einen kleinen Kabuto aufgestellt. Er ist zwar klein, aber aus traditioneller Seto-Keramik (Seto-yaki). Unsere Koinobori wurden von meiner Tante handgefertigt, und die Wanddekoration ist ein Geschenk meiner Eltern. Es ist vielleicht kein großes Set, aber voller Liebe für unser Kind.

Im Jahr 1948 wurde der Tag offiziell als nationaler Feiertag eingeführt. Er soll die Persönlichkeit der Kinder respektieren, ihr Glück fördern und gleichzeitig Dankbarkeit gegenüber den Müttern ausdrücken. Seitdem ist es ein Fest für alle Kinder.

Ein bekanntes Symbol dieses Tages sind die Koinobori (鯉のぼり, Karpfenfahnen). Karpfen sind dafür bekannt, auch gegen starke Strömungen zu schwimmen, und stehen daher für Stärke und Erfolg. Familien hängen sie auf, um ihren Kindern ein starkes und erfolgreiches Leben zu wünschen.

Typische Speisen sind Kashiwa Mochi (柏餅, Reiskuchen in Eichenblättern) und Chimaki (ちまき, gedämpfte Reispäckchen). Die Eichenblätter symbolisieren die Fortsetzung der Familie, da sie erst abfallen, wenn neue Blätter wachsen. Ich persönlich habe diese Süßigkeiten als Kind sehr geliebt und mich jedes Jahr darauf gefreut.

Im Gegensatz zum Hinamatsuri ist der Kindertag weniger mit dem Tragen von Kimono verbunden. Dennoch lassen manche Familien Fotos ihrer Kinder in traditionellen Kleidungen wie Hakama (袴) machen. Moderne Kimono- und Obi-Designs greifen heute ebenfalls Motive dieses Festes auf.

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