Wie faltet man einen Haori richtig?
- Von MaedaYumiko
- 3 min Lesezeit
Wie faltet man einen Haori richtig?In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie sich ein Haori – fast wie Origami – ordentlich falten lässt.Mit ein paar einfachen Tipps bleiben Stoff und Form lange schön, auch bei der Aufbewahrung in Europa.
Heute möchte ich euch zeigen, wie man einen Haori richtig faltet.
Kimono und Haori werden ursprünglich aus einem langen, rechteckigen Stoff hergestellt, dem sogenannten Tanmono.
Dieser Stoff wird in einzelne Teile geschnitten und anschließend zusammengenäht.
Zum Beispiel:
- Migorō (身頃) → der Hauptteil des Kleidungsstücks, also Vorder- und Rückenteil
- Sode (袖) → die Ärmel
- Eri (襟) → der Kragen
Da alle Teile aus geraden Linien bestehen, lässt sich ein Haori – fast wie Origami – sehr schön und ordentlich falten.
Wichtig ist dabei vor allem eines:
👉 Die vorhandenen Faltlinien respektieren.
Neue Knicke führen dazu, dass später unschöne Falten im Stoff bleiben.
① Den Haori ausbreiten
Breitet den Haori flach auf dem Boden aus, sodass die beiden seitlichen Nähte
(die seitlichen Nähte unter den Armen) gerade verlaufen.
② Den Kragen umlegen
Legt zuerst den rechten Kragen (Eri) nach außen um.
Das bedeutet, dass nur der Kragen selbst gefaltet wird.
Der Haori entspricht jetzt in etwa der Form, wie er getragen wird, und die Stelle für die Haori-Kordel wird sichtbar.
Wiederholt das Gleiche auf der linken Seite.
③ Die Kragenseiten aufeinanderlegen
Legt die linke Kragenseite auf die rechte, sodass sie genau übereinander liegen.
Richtet dabei alles vom Saum bis zum Kragen möglichst gerade aus.
💡 Der Bereich am Hals darf dabei noch locker bleiben – bitte noch nicht fest falten.
④ Den Körperteil falten
Hebt die linke Seitennaht vorsichtig an und legt sie auf die rechte Seite.
Durch die gerade Schnittform legt sich der Haori dabei fast von selbst ordentlich zusammen.
⑤ Den Kragen im Nacken formen
Schaut auf die Naht in der Mitte des Rückens
(die sogenannte Rückenmittelnaht).
Faltet den Kragen im Nackenbereich leicht dreieckig nach innen.
💡 Wichtig ist hier, den vorhandenen Linien zu folgen und den Stoff nicht zu zwingen.
⑥ Die Ärmel falten
Faltet zuerst den linken Ärmel (Sode) entlang der Naht auf den Hauptteil
(Migorō = Körperbereich).
Achtet darauf, den Kragen dabei nicht zu verschieben.
Hebt das Ganze leicht an und dreht es vorsichtig um.
Danach faltet ihr den rechten Ärmel auf die gleiche Weise.
⑦ Aufbewahrung in Europa
In Japan wird ein Haori anschließend in spezielles Papier (Tatōshi) gewickelt,
um ihn vor Staub und Insekten zu schützen, und in einem Kiri-Holzschrank aufbewahrt.
Hier in Europa mache ich es etwas praktischer:
Ich falte den Haori in diesem Zustand noch einmal in drei gleich große Teile,
um ihn platzsparend zu verstauen.
Fazit
Der wichtigste Punkt beim Falten ist:
👉 Keine neuen Falten erzeugen.
Wenn man die ursprünglichen Linien respektiert, bleibt der Haori glatt und schön.
Natürlich ist das nur eine Möglichkeit – es ist kein Muss.
Man kann einen Haori auch einfach auf einen Bügel hängen.
Achtet dabei darauf, dass sich an den Schultern keine Druckstellen oder Abdrücke bilden.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euren Haori lange in schönem Zustand und mit Freude tragen könnt.✨