Wie pflegt man Seiden-Kimono und Haori im Sommer?
- Von MaedaYumiko
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Seiden-Kimono und Haori sind wunderschön, aber empfindlich – besonders im Sommer. In diesem Beitrag geht es darum, wie man sie nach dem Tragen richtig auslüftet, Schweißstellen vorsichtig behandelt und warum Pflege bei Seide nicht immer Waschen bedeutet.
Pflege von Seiden-Kimono und Haori im Sommer
Auch in meinen Pflegehinweisen erwähne ich es bereits, aber besonders in der warmen Sommerzeit möchte ich noch einmal etwas ausführlicher darüber schreiben, wie man Kimono und Haori aus Seide möglichst lange schön erhalten kann.
Seiden-Kimono und Haori sind wunderschöne Kleidungsstücke. Sie wirken leicht, elegant und haben oft eine besondere Ausstrahlung, die man bei moderner Kleidung nur selten findet. Gleichzeitig ist Seide aber ein empfindliches Material, und die Pflege ist nicht immer einfach. Besonders im Sommer können Schweiß, Feuchtigkeit und Wärme dem Stoff zusetzen.
Für sehr heiße Tage sind waschbare Baumwoll-Kimono oder Yukata oft die praktischste Wahl. Sie lassen sich leichter reinigen und sind unkomplizierter im Alltag. Ein Haori aus Seide hat jedoch seinen ganz eigenen Reiz: Man kann ihn leicht überwerfen, und er verleiht einem Outfit sofort Tiefe, Struktur und eine besondere textile Schönheit.
Nach dem Tragen: zuerst gut auslüften
Das Wichtigste nach dem Tragen ist, den Kimono oder Haori nicht sofort in den Schrank zu legen.
Hängen Sie das Kleidungsstück an einem gut belüfteten Ort auf und lassen Sie es im Schatten auslüften. Direkte Sonne sollte vermieden werden, da sie Farben ausbleichen und den Stoff belasten kann.
Feuchtigkeit, Körperwärme und Schweiß sollten nicht im Stoff bleiben. Wenn ein Seidenkleidungsstück zu früh verstaut wird, können Flecken, Gerüche oder im schlimmsten Fall auch Schimmel entstehen.
In Japan war und ist das „Auslüften“ ein sehr wichtiger Teil der Pflege. Nicht nur bei Kimono, sondern auch bei Futon, Tatami und vielen anderen Dingen aus Naturmaterialien spielt gute Belüftung eine große Rolle. Besonders Dinge, die man nicht einfach waschen kann, brauchen Luft.
Wenn man geschwitzt hat
Gerade im Sommer reicht reines Auslüften manchmal nicht aus. Schweiß kann zunächst unsichtbar trocknen, aber später als gelbliche Flecken oder Schweißränder sichtbar werden.
Wenn Sie an bestimmten Stellen geschwitzt haben, kann eine sehr vorsichtige Erstpflege helfen, das Risiko von Schweißflecken etwas zu reduzieren.
Nehmen Sie ein sauberes Handtuch, befeuchten Sie es leicht mit Wasser und wringen Sie es gut aus. Das Tuch sollte nur feucht, nicht nass sein. Tupfen Sie die betroffenen Stellen vorsichtig ab, ohne zu reiben. Es geht darum, den Schweiß sanft aus dem Stoff aufzunehmen, nicht den Stoff stark zu durchnässen.
Danach können Sie mit einem trockenen Handtuch vorsichtig etwas Feuchtigkeit aufnehmen. Anschließend sollte der Kimono oder Haori in Form gebracht und im Schatten vollständig getrocknet werden. Wichtig ist, dass das Kleidungsstück wirklich komplett trocken ist, bevor es wieder verstaut wird.
Bitte beachten Sie: Besonders bei Vintage- und antiken Kimono können Stoff und Färbung sehr empfindlich sein. Wasser kann je nach Material, Färbung und Alter des Stücks zu Farbausbluten, Wasserrändern oder Veränderungen der Oberfläche führen. Testen Sie deshalb immer zuerst an einer unauffälligen Stelle und gehen Sie sehr vorsichtig vor.
Über Alkohol-Sprays
Bei Bühnenkostümen oder Theaterkleidung wird manchmal mit Wasser oder Alkohol-Sprays gearbeitet, um Kleidung aufzufrischen, die nicht nach jedem Tragen gewaschen werden kann.
Für Seiden-Kimono und Haori empfehle ich diese Methode jedoch grundsätzlich nicht. Besonders Vintage- und antike Stücke können empfindliche Farben, alte Färbungen oder bereits geschwächte Fasern haben. Alkohol kann zu Farbveränderungen, Flecken, einem Verlust des Seidenglanzes oder einer trockeneren, härteren Haptik führen.
Was bei Bühnenkostümen sinnvoll sein kann, lässt sich daher nicht automatisch auf Seiden-Kimono übertragen.
Über das Waschen mit Wasser
Manche Menschen, die Kimono regelmäßig tragen, waschen bestimmte Stücke auch zu Hause mit Wasser. Unmöglich ist das nicht. Aber bei Seide ist das immer mit einem Risiko verbunden.
Seide kann durch Wasser einlaufen, ihre Form verändern, Farbe verlieren oder ihre weiche Haptik verlieren. Auch ich habe schon Haori gesehen, die auf Märkten durch Regen nass geworden sind. Sie sind danach oft noch tragbar, aber die Seide kann etwas schrumpfen, fester werden und nicht mehr dieselbe Weichheit haben wie vorher.
Wenn Sie ein Seidenstück dennoch zu Hause waschen möchten, tun Sie dies bitte nur auf eigene Verantwortung. Testen Sie zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Verwenden Sie kaltes oder höchstens lauwarmes Wasser und nur eine sehr kleine Menge mildes Waschmittel. Keine starken Waschmittel, keine Bleiche und kein Reiben.
Der Kimono oder Haori sollte möglichst ruhig und in Form bleiben. Waschen Sie ihn nur durch sehr sanftes Drücken. Nicht wringen, nicht drehen und nicht stark ausdrücken.
Zum Trocknen nicht auswringen. Legen Sie das Kleidungsstück zwischen große Handtücher und drücken Sie die Feuchtigkeit vorsichtig heraus. Danach in Form bringen und im Schatten vollständig trocknen lassen.
Auch bei dieser vorsichtigen Methode kann es je nach Stoff, Färbung und Alter des Stücks zu Schäden kommen. Deshalb ist bei wertvollen oder empfindlichen Stücken immer besondere Vorsicht wichtig.
Pflege nach der Sommersaison
Nach der Sommersaison kann es sinnvoll sein, wenn möglich eine professionelle Reinigung zu kontaktieren.
Besonders Kimono und Haori aus Seide sowie Vintage- und antike Stücke sind sehr empfindlich. Deshalb kann es sicherer sein, nicht selbst zu waschen, sondern eine Reinigung zu fragen, die Erfahrung mit empfindlichen Materialien hat.
Allerdings ist es in Europa nicht immer einfach, eine Reinigung zu finden, die sich speziell mit Kimono auskennt. In diesem Fall kann auch eine gute chemische Reinigung eine Möglichkeit sein, wenn sie Erfahrung mit Seide, empfindlichen Stoffen oder Vintage-Kleidung hat.
Wichtig ist, vorher klar zu sagen, dass es sich um Seide handelt, dass das Stück alt oder vintage ist und dass es zu Farbverlust, Einlaufen oder Veränderungen des Stoffes kommen kann.
Gerade bei einem Lieblingsstück oder einem antiken Kimono oder Haori, den man lange erhalten möchte, ist es besser, nicht zu viel selbst zu riskieren. Lieber vorsichtig bleiben, den Zustand beobachten und bei Unsicherheit nach professioneller Einschätzung fragen.
Zum Schluss
Seiden-Kimono und Haori sind empfindlich, aber mit vorsichtiger Pflege können sie lange Freude bereiten.
Das Wichtigste ist, sie nach dem Tragen nicht einfach wegzulegen.
Lassen Sie sie auslüften.
Behandeln Sie Schweißstellen, wenn nötig, sehr vorsichtig.
Und denken Sie daran: Pflege bedeutet bei Seide nicht immer „waschen“, sondern oft eher, den Zustand des Stoffes zu bewahren.
Ich hoffe, diese Hinweise helfen dabei, Kimono und Haori auch im europäischen Alltag mit mehr Sicherheit und Freude zu tragen.